Obwohl die GfK das Konsumklima für den Monat Oktober 2021 im Aufwärtstrend sieht, ist dabei an den Metzger-Theken nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Umsatzentwicklung der fleischerhandwerklichen Betriebe ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 % rückläufig. Während im Oktober 2020 noch relativ viele Verbraucher zu Hause gekocht und wenig außer Haus verzehrt haben, so ist das im Oktober 2021 wohl wieder umgekehrt...

Obwohl die GfK das Konsumklima für den Monat Oktober 2021 im Aufwärtstrend sieht, ist dabei an den Metzger-Theken nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Umsatzentwicklung der fleischerhandwerklichen Betriebe ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 % rückläufig. Während im Oktober 2020 noch relativ viele Verbraucher zu Hause gekocht und wenig außer Haus verzehrt haben, so ist das im Oktober 2021 wohl wieder umgekehrt. Corona bedingt wurde auch schon im Oktober nicht der Partyservice und das Imbissgeschäft der Metzgereien in Anspruch genommen wie 2019. Grundsätzlich kämpfen wir im Moment mit 3 gegenläufigen Tendenzen. 1. Inflation Verbraucherpreisindex, Oktober 2021 +4,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt) +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt) Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Oktober 2021 +4,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt) +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt) Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Oktober 2021 bei +4,5 %. Im September 2021 hatte sie bei +4,1 % gelegen.

Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im August 1993 mit +4,6 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum September 2021 um 0,5 %. ©Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021Verbraucherpreisindizes für Deutschland Trotzdem, so hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) errechnet, mussten die Deutschen 1960 beispielsweise noch 16 Minuten für einen Liter Benzin arbeiten, im September dieses Jahres waren dagegen nur noch fünf Minuten nötig. Ein Zweipersonenhaushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch musste 1960 noch zehn Stunden und drei Minuten für die monatliche Strom- und Grundgebühr arbeiten, 2021 waren nur noch drei Stunden und 34 Minuten nötig. Ich denke das ist wichtig für relativierte Betrachtung auf diese Inflation. Doch bei der gegenwärtigen Inflationshöhe sind es wieder einmal die ärmeren Haushalte, die mehr darunter zu leiden haben. Auch hier hat das IW die Konsumgewohnheiten nach Einkommen ausgewertet und mit der Inflationsrate verglichen. Das Ergebnis: Singles mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 900 Euro geben 19 Prozent für Lebensmittel aus, wesentlich mehr als der Durchschnittsdeutsche (zwölf Prozent). Sie geben deutlich mehr für Wohnkosten aus (47 Prozent, Durchschnitt: 39 Prozent) und deutlich weniger für Verkehr (sechs Prozent, Durchschnitt: zwölf Prozent). 2. Konsumklima Laut GfK werden Anschaffungen bei Konsumgütern vorgezogen. Das Konsumklima legt auch nach den Zahlen der GfK-Konsumklimastudie für Oktober 2021 abermals zu. Das führen die Marktforscher vor allem auf die steigende Konsumneigung sowie die rückläufige Sparneigung zurück. Letztere verliert im Oktober 13 Punkte gegenüber dem Vormonat und steht nun bei -45,2 Punkten. Ein besserer Wert wurde für das Konsumklima zuletzt im April 2020 gemessen. „Mit diesem zweiten Anstieg in Folge trotzt die Konsumstimmung der zunehmenden Inflation.

Die Bundesbürger erwarten offenbar noch weitere Preissteigerungen. Deshalb halten sie es für ratsam, Anschaffungen vorzuziehen, um noch höhere Preise zu vermeiden“, erläutert GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. „Sollte sich der Preisauftrieb verstetigen, würde das allerdings zu einer Belastung für das Konsumklima führen und eine grundlegende Erholung dürfte sich weiter verzögern.“ Nach dem Anstieg im Vormonat musste die Konjunkturerwartung im vergangenen Monat wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Der Indikator verlor 1,9 Punkte. Mit aktuell 46,6 Zählern weise er jedoch noch immer ein sehr hohes Niveau auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus knapp 40 Punkte. Das gute Niveau belegt laut Bürki, dass die Verbraucher zuversichtlich bleiben, was die Erholung der deutschen Wirtschaft anbelangt. Das konjunkturelle Bild werde jedoch dadurch etwas getrübt, dass einige Unternehmen, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, ihre Produktion aufgrund fehlender Zulieferteile zurückfahren müssen. 3., die eskalierende Entwicklung der Infektionsraten bei der Corona Pandemie einerseits sind wohl relativ viele Privathaushalte im Oktober noch mal in Urlaub gefahren, andererseits führt die aktuelle Coronasituation schon wieder zu zahlreichen Absagen von Veranstaltungen und Festen. Trotzdem gibt es im Oktober diesen Jahres deutlich mehr Anbieter im Bereich Catering und Partyservice wie im Oktober 2020, als nur die Metzgereien als systemrelevante Branche öffnen durften. Je nachdem wie sich die weitere Entwicklung in der Pandemie darstellt, muss unter Umständen wieder mit einem regionalen oder branchenspezifischen Lockdown gerechnet werden. Dies hat mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Fleischerfachgeschäfte. So klagten im Oktober 2021 knapp 58 % aller Teilnehmer des AFZ Barometer über Umsatzverluste – so viele befragte wie lange nicht. Nur 21 % der Teilnehmer attestierten gestiegene Umsätze, bei den restlichen Teilnehmern sind die Umsätze gleich geblieben. Quellen Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021 Verbraucherpreisindizes für Deutschland afz - allgemeine fleischer zeitung 45/2021 afz - allgemeine fleischer zeitung 47/2021

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