Moderne Tierhaltung realistisch vermitteln

Realistische Information über moderne Tierhaltung statt eines verklärten Bildes "idyllischer" Landwirtschaft forderten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft auf dem 3. Deutschen Putentag in Sarstedt bei Hannover. Rund 180 Teilnehmer diskutierten auf dem Forum der deutschen Putenerzeuger kritisch über Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung der gesamten Branche. Im Zentrum der Veranstaltung standen Fragen des Verbraucherverhaltens und der Verbraucherinformation, aktuelle Trends der Marktentwicklung, neue Forschungsergebnisse zur Putenhaltung und Putenfleischerzeugung sowie zum Tierschutz. Veranstaltet wurde die Fachtagung vom Verband Deutscher Putenerzeuger e.V. (VDP) in Kooperation mit dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Wissen und Wissenschaft

Im Themenblock "Wissen und Wissenschaft" stellte Tierarzt Thomas Uchtmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover erste Ergebnisse seiner praktischen Untersuchungen über Außenklimabereiche in der Putenhaltung vor, die die üblichen Offenställe ergänzen. Bisherige Versuche hätten gezeigt, dass derartige Außenräume von den Tieren sehr gut angenommen würden; Auswirkungen auf die Tiergesundheit und das Wohlbefinden der Tiere werden in den kommenden Monaten noch genauer erforscht. Weitere Vorträge von Professor Dr. Silke Rautenschlein sowie von Professor Dr. Josef Kamphues beschäftigten sich beispielhaft mit dem Krisenmanagement nach dem Auftreten der Geflügelkrankheit TRT in den USA Mitte der 90er Jahre sowie mit den Zusammenhängen der Spurenelementaufnahme über das Putenfutter und Umweltauswirkungen.

Moderne Tierhaltung realistisch vermitteln

Realistische Information über moderne Tierhaltung statt eines verklärten Bildes "idyllischer" Landwirtschaft forderten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft auf dem 3. Deutschen Putentag in Sarstedt bei Hannover. Rund 180 Teilnehmer diskutierten auf dem Forum der deutschen Putenerzeuger kritisch über Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung der gesamten Branche. Im Zentrum der Veranstaltung standen Fragen des Verbraucherverhaltens und der Verbraucherinformation, aktuelle Trends der Marktentwicklung, neue Forschungsergebnisse zur Putenhaltung und Putenfleischerzeugung sowie zum Tierschutz. Veranstaltet wurde die Fachtagung vom Verband Deutscher Putenerzeuger e.V. (VDP) in Kooperation mit dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

Wissen und Wissenschaft

Im Themenblock "Wissen und Wissenschaft" stellte Tierarzt Thomas Uchtmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover erste Ergebnisse seiner praktischen Untersuchungen über Außenklimabereiche in der Putenhaltung vor, die die üblichen Offenställe ergänzen. Bisherige Versuche hätten gezeigt, dass derartige Außenräume von den Tieren sehr gut angenommen würden; Auswirkungen auf die Tiergesundheit und das Wohlbefinden der Tiere werden in den kommenden Monaten noch genauer erforscht. Weitere Vorträge von Professor Dr. Silke Rautenschlein sowie von Professor Dr. Josef Kamphues beschäftigten sich beispielhaft mit dem Krisenmanagement nach dem Auftreten der Geflügelkrankheit TRT in den USA Mitte der 90er Jahre sowie mit den Zusammenhängen der Spurenelementaufnahme über das Putenfutter und Umweltauswirkungen.

Innovation und Impulse

Zwei Beiträge zum Thema "Innovation und Impulse" analysierten das Verbraucherverhalten und aktuelle Marktentwicklungen für Geflügelfleisch. Obwohl Lebensmittel noch nie so sicher gewesen seien wie heute, werde dies immer wieder in Frage gestellt, so Professor Dr. Thomas Blaha von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, sei deshalb unter anderem eine geprüfte Qualitätssicherung erforderlich, wie sie mit dem QS-System angestrebt werde. Gleichzeitig seien Lebensmittel heute nirgends so preiswert wie in Deutschland, stellte Rudolf Deitert von GfK Panel Services Consumer Research fest. Neben dem anhaltenden Trend zu preisgünstigen Lebensmitteln sei das Verbraucherverhalten heute stark durch den Convenience-Gedanken und durch den Wunsch nach frischer Ware auch beim Geflügelfleisch geprägt.

Markt und Meinung

Der dritte Programmpunkt des Putentages stand unter dem Motto "Markt und Meinung". Professor Dr. Dieter Flock stellte als Vorsitzender der Initiative Nachhaltige Deutsche Putenwirtschaft Grundsätze und bisherige Arbeitsergebnisse des Projekts vor. Bislang seien rund 100 Experten aus 30 Organisationen an der Initiative beteiligt, die eine dauerhafte Sicherung der deutschen Putenfleischerzeugung unter nachhaltigen Gesichtspunkten anstrebe. Deshalb würden Aspekte des Verbraucher-, Tier- und Umweltschutzes sowie der wirtschaftlichen Machbarkeit von Maßnahmen vernetzt betrachtet. Eine Forderung der Experten sei die eindeutige Länderkennzeichnung von Produkten aus Putenfleisch, damit die Verbraucher die Herkunft der Ware erkennen könnten. Falsche Vorstellungen über die Haltung von Puten in Deutschland müssten weiter abgebaut werden, um die Akzeptanz für die Produkte zu erhöhen.

Die Vermittlung realistischer Vorstellungen über moderne Landwirtschaft durch treffende Bilder und einprägsame Botschaften analysierte Wolfgang Nübold von der Kommunikationsberatung ECC Kohtes Klewes in seinem Beitrag über die Mechanismen öffentlicher Meinungsbildung. Ein Beispiel sei die Positionierung moderner Landwirtschaft im Spannungsverhältnis zwischen den Bildern

"Agrarindustrie" oder "Bauerntum".

Die Möglichkeiten einer umfassenden Information über moderne Tierhaltung und Landwirtschaft standen auch im Zentrum einer Podiumsdiskussion. Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Karin Stief-Kreihe, Dieter Nürnberger vom Deutschlandfunk, Udo Pollmer vom Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften sowie VDP- Präsidiumsmitglied Peter Wilken begaben sich auf die "Suche nach dem mündigen Verbraucher". Kritisch äußerten sich die Teilnehmer über das verklärte Bild einer idyllischen Landwirtschaft, das mit der Realität nicht im Einklang stehe, aber beispielsweise in der Werbung vermittelt würde. Auch die Berichterstattung verschiedener Medien, die sich auf Skandale konzentriere, trage zu einem verzerrten Bild der Landwirtschaft bei. Dem müsse sachliche Information beispielsweise durch eigene Anschauung auf Bauernhöfen, aber auch im Schulunterricht entgegen gesetzt werden. Verwirrend sei für Verbraucher ferner die Vielzahl von Produktkennzeichnungen, deren Aussagewert über Erzeugerstandards, Herkunft und Güte der Produkte sehr unterschiedlich sei. Transparenz in der Erzeugung sowie eine durchgängig hohe Qualität der Produkte seien wichtiger als neue Siegel auf den Verpackungen.

Im niedersächsischen Sarstedt fand nach 1997 und 2000 bereits der 3. Deutsche Putentag statt. Der VDP vertritt über 1.100 Unternehmen landwirtschaftlichen Betriebe auf allen Herstellungsstufen deutschen Putenfleischs von den Brütereien über die Aufzuchtbetriebe bis zu den Vermarktern. Er repräsentiert somit 96 Prozent aller Betriebe in der deutschen Putenwirtschaft.

Quelle: Sarstedt / Bonn [ vdp ]

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